Wie jedes Jahr war ich nach zwei intensiven Tagen in Dortmund sehr erleichtert, das Ganze überstanden zu haben. Zumal ich diesmal Flavio dabeihatte und der Rest der Familie zu Hause kränkelte. Trotzdem war dieses Jahr definitiv besonders. Neben der üblichen Erleichterung verspüre ich eine tiefe Verbundenheit.

Zu meinen Kolleginnen am Stand von Orelon für die gemeinsame Teamleistung.

Zu den geschätzten Kund:innen und Geschäftspartner:innen, die uns besucht haben und mit uns ehrlich ins Gespräch gekommen sind: Ja, auch über KI, aber nicht nur.

Nicht zuletzt zu den Organisator:innen und Multiplikator:innen der Best of Events, die auf Bühnen und bei Netzwerkveranstaltungen ein großartiges Fachprogramm auf die Beine gestellt haben.

Der Stand von Orelon

Eine bequeme Sitzbank mit bunten Kissen. Kleine Blumentöpfe. Eine Kaffeemaschine (!) mit Bio-Kaffeepads. Kekse und Snacks. Die Frage „Brauchst du eine Pause?“ auf einem Roll-up. Schlicht aber pfiffig gestaltetes Infomaterial. Alles am Stand von Orelon lud dazu ein, sich eine Pause vom Getümmel zu gönnen und Luft zu holen. Sich selbst etwas Gutes zu tun, bevor man überhaupt anfängt, gemeinsam zu überlegen, wie man dem Rest der Welt mit inklusiven und barrierefreien Events etwas Gutes tun kann. Das war CEO Nina Cisneros Arcos wichtig und ist ihr gut gelungen.

  • Facebook
  • LinkedIn
Credits: A. Mattes

Ein Standprogramm mit festen Slots hatten wir auch. Doch vor Ort haben wir beschlossen, maßgeschneidert auf die Ziele, Bedürfnisse und Interessen der Besucher:innen einzugehen. Neben übersichtlichen Checklisten mit einer Erläuterung der wichtigsten Leistungen – Audiodeskription, Untertitelung, Schriftdolmetschen, Simultandolmetschen usw. – gab es jede Menge persönliche Tipps und Ideen.

(Möchtest Du unsere Checklisten auch bekommen? Kommentiere den Beitrag oder schreibe mir privat an dialog@saccani-translations.com und ich schicke Sie Dir zu!)

Hier verrate ich Dir gerne, was ich am Stand bei Vorträgen und Netzwerkveranstaltungen über soziale Nachhaltigkeit und Inklusion gelernt habe.

Das Interesse fürs Thema wächst

Dass Teilhabe und soziale Nachhaltigkeit auf Events immer mehr Profis am Herzen liegen, haben nicht nur wertschätzende Einzelgespräche gezeigt. Bei uns kamen drei Touren (geführte Messerundgänge) vorbei: die Sustainability Tour von 2bdifferent, ein Rundgang zum Thema „Technology“ und eine von den Women in Exhibitions geführte Tour. Ja, an geballter Frauenpower hat es nicht gemangelt.

Inklusion ist Aufgabe der Planer  

Nur die wenigsten Personen mit Einschränkungen oder Schwierigkeiten werden von sich aus auf Eventprofis zugehen und sagen „Hey, ich habe eine Einschränkung, organisiere bitte Dein Event so, dass ich problemlos aktiv daran teilnehmen kann!“.

Das haben Annika, Nina und Ronja auf der Bühne erwähnt und es kam auch beim Basiskurs Nachhaltiges Eventmanagement der Sustainable Events Academy zur Sprache.

Das heißt, wir als Planer:innen sollten uns Gedanken machen, wie wir alle einbeziehen. Natürlich geht es in erster Linie darum, gewisse Standards zu schaffen (barrierefreie Locations usw.) und darüber zu kommunizieren, denn betroffene Eventgäste informieren sich im Voraus.

  • Facebook
  • LinkedIn
Credits: C. Saccani

Stichwort: Bedürfnisse

Magst Du als Planer:in über Standards hinaus und auf die Bedürfnisse Deiner Gäste eingehen? Dann kannst Du sie vorab erfragen, eventuell anonym. Genauso wie Du kulinarische Präferenzen abfragst, um Verschwendung beim Catering zu vermeiden. Dann erfährst Du vielleicht, dass der eine oder andere potenzielle Teilnehmende nur dabei sein mag, wenn die Vorträge gedolmetscht oder untertitelt werden. Oder dass er diese Services auf jeden Fall in Anspruch nehmen wird, wenn sie angeboten werden. Die Chance ist groß, dass die Person sich dann aktiver beteiligen wird.

Gerne helfe ich Dir dabei, passende Fragen für einen Fragebogen zu formulieren. In mehreren Sprachen, falls gewünscht.

  • Facebook
  • LinkedIn
Credits: C. Saccani

Auch an die Introvertierten denken

Damit meine ich all diejenigen, die keine geborenen Netzwerker:innen sind. Die eine gewisse Scheu haben, ein laufendes Gespräch zu unterbrechen oder auf jemanden zuzugehen und zu fragen „Wer bist Du und was treibst Du hier?“.

Auch wenn eine schüchterne Persönlichkeit keine offiziell anerkannte Einschränkung ist, kann sie viele daran hindern, aktiv an Netzwerkevents teilzunehmen.

Wie gut, dass es Leute wie Irina Graf und Sina Bünte gibt, die niedrigschwellige Netzwerktreffen organisieren – mit Prompts, Eisbrecherfragen, Interviews und viel Unterstützung für alle, die etwas oder jemanden suchen, sich aber nicht trauen zu fragen.

  • Facebook
  • LinkedIn
Credits: S. Bünte / I. Graf

Kinder auf Business-Events: ein No-Go?

Zunächst kann ich Dir schon verraten, dass es mit Flavio insgesamt gut geklappt hat. Die Geräuschkulisse hat ihn entspannt. Er war gut gelaunt und wurde mehrfach als USP für mich und den Stand bezeichnet. Klar musste ich manchmal zu einem ungünstigen Zeitpunkt eine Windel wechseln (Wickeltisch war da, yay!) oder eine Milchflasche vorbereiten. Aber insgesamt bin ich froh, dass ich ihn einfach mitgenommen habe.

  • Facebook
  • LinkedIn

Ein Kleinkind kann durchaus eine Einschränkung für die Teilnahme an Events sein. Planer:innen können das durchaus mitberücksichtigen und Gegebenheiten schaffen. Doch es ist vor allem an uns jungen Eltern, das zu normalisieren, indem wir uns einfach trauen, unsere Kinder mitzunehmen, wenn wir an Events teilnehmen.

Disclaimer: Das gilt allerdings nur, wenn ich Konsumentin bzw. Teilnehmerin bin. Wenn Du mich buchst und vor Ort mit meiner Unterstützung rechnest – sei es sprachlich, beratend oder organisatorisch, auf der Bühne oder im Backstage – bleiben meine Kinder grundsätzlich zu Hause. Dann möchte ich nur für Dich und Dein Event da sein.

Gerne helfe ich Dir, eine Veranstaltung zu planen, bei der alle mittendrin statt nur dabei sind: mit oder ohne Einschränkungen, Sprachkenntnissen, ausgeprägten Social Skills …

Shares
Share This