Die Idee zu diesem Beitrag kam mir bei der Lektüre eines Artikels in der Zeitschrift Natural Style, einem monatlich erscheinenden Magazin für eine nachhaltig grüne Lebensweise, das ich abonniert habe.

Unter der Überschrift „Lösch‘ mal einen Smiley und rette den Planeten“ gab der Artikel mir einige interessante Denkanstöße darüber, wie sehr wir die Umwelt durch unser digitales Leben belasten und wie wir online umweltfreundlicher werden können.

Die digitale Transformation, die durch die Pandemie noch beschleunigt wurde, hat uns auf der einen Seite die Möglichkeit geschenkt, viele Dinge auch bequem von Zuhause aus zu erledigen und damit ordentlich Emissionen zu sparen, die sonst durch unsere Mobilität entstehen würden. Gleichzeitig haben wir aber mittlerweile entdecken müssen, dass auch unsere Online-Aktivitäten einen Fußabdruck in unserer Umwelt hinterlassen.

Ein paar Fakten zum ökologischen Fußabdruck unseres digitalen Lebens

Die Werte, die der Artikel nannte, waren erschütternd – besonders für jemanden wie mich: Jeden Tag habe ich nicht nur zwei bis drei Kurse oder Meetings, die online stattfinden. Ich bin auch stark auf die Interaktion in den sozialen Netzwerken angewiesen, um meinen Blog zu bewerben und mit Kunden und Kollegen in Kontakt zu bleiben.

Wusstet ihr, wie viel ein Tweet verbraucht? Laut Artikel 0,2 Gramm Co2.

Eine Nachricht auf WhatsApp? 4 Gramm.

Verschickt man auch ein Foto, dann sind es sogar 50 Gramm.

Und leider steigt mit jedem tollen Emoticon auch der Co2-Verbrauch. Ist euch dieser Gedanke jemals gekommen? Mir nicht, muss ich zugeben.

Google-Suchen allein verursachen insgesamt 12.500 Tonnen Kohlendioxid pro Tag.

Spam ist ein weiterer digitaler „Umweltverschmutzer“: Laut den Daten des Anti-Spam-Systems Clean Fox lassen die rund 2.850 ungebetenen E-Mails, die jeder von uns im Durchschnitt erhält, in einem Jahr 28,5 Kilogramm Co2 entstehen.

Diese Emissionen setzen wir nicht direkt mit unseren Geräten frei, sondern über die Rechenzentren, an die wir unsere Verarbeitungsanfragen senden – und zwar jedes Mal, wenn wir eine E-Mail senden oder eine Suche durchführen. Für den Betrieb dieser komplexen Anlagen werden große Mengen Energie benötigt und dabei entstehen auch große Mengen Co2.

Wer etwas zynisch veranlagt ist, denkt jetzt vielleicht, dass wir zurück in die Steinzeit müssten, um die Umwelt zu retten.

Nichts läge mir ferner, als den Einsatz einer Technologie zu verteufeln, die wie wenig Anderes in den letzten Monaten dazu beigetragen hat, dass wir trotz aller Distanz nicht nur miteinander in Kontakt bleiben, sondern auch unsere Fähigkeiten weiterentwickeln und in einigen Fällen sogar wirtschaftliche Existenzen retten konnten. Dennoch denke ich, dass es – wie bei allem anderen auch – wichtig ist, das eigene Bewusstsein für dieses Problem zu schärfen und mit einigen Tricks und Ideen unsere digitale Umweltbelastung zu reduzieren:

1. Fotos und Smilies: Darf‘s ein bisschen weniger sein?

Ja, die vielen lustigen Gifs und Emoticons haben in den langen Pandemiemonaten für gute Laune gesorgt.

Aber irgendwann war es dann aber zu viel des Guten, denn meistens waren immer dieselben Corona-Memes im Umlauf. Nach einer Weile konnte zumindest ich nicht mehr über den x-ten Klopapier-Post lachen, sondern empfand ihn eher als störend.

Jetzt, da ich weiß, wie sehr das die Umwelt belastet, werde ich noch sparsamer damit umgehen: Ab sofort verschicke in nur noch ganz wenige (aber gute) Fotos, und zwar nur an die, die sie auch wirklich zu schätzen wissen.

Foto: Markus Winkler auf Unsplash

Und wenn meine WhatsApp-Nachricht nicht voller Herzchen ist, dann heißt das nicht, dass ihr mir egal seid. Im Gegenteil!

2. Handverlesen lesen: Newsletter sind wie Freunde

Ich liebe Newsletter. Für mich sind sie eine großartige Möglichkeit, mich über die Themen und die Terminologie meiner Kunden auf dem Laufenden zu halten und den Überblick über Fortbildungen in meinen Fachgebieten zu behalten.

In den Monaten der Pandemie habe ich aber dann doch ein bisschen übertrieben …

FOMO hatte mich voll im Griff, die berüchtigte Fear Of Missing Out: Vor Angst, ja nichts zu verpassen, hatte ich Dutzende von Newslettern abonniert, von denen ich dachte, dass ich sie unbedingt brauchte. Und für deren Lektüre ich seither nie Zeit habe.

Also habe ich meinen Frühjahrsputz auch auf meine Inbox ausgedehnt – einmal streng mit dem „Unsubscribe“-Besen durch und schon hatte ich wieder ein schön aufgeräumtes E-Mail-Postfach!

Kleiner Spoiler: Auch ich starte bald meinen eigenen Newsletter … der kommt aber nur ein bis zwei Mal im Monat bei euch im Postfach an – versprochen!

3. So Manches muss man nicht auf Google suchen …

Ihr sucht immer im selben Online-Wörterbuch nach der richtigen Vokabel und bucht am liebsten bei einem bestimmten Reiseportal?

Dann braucht ihr nicht immer wieder von Neuem danach bei Google zu suchen!

Denn wenn ihr schon mal auf der gewünschten Website wart, dann ist diese meistens schon im Cache eures Browsers gespeichert – oder aber ihr bookmarkt euch einfach eure Lieblingsseiten!

4. … für alle anderen Suchen gibt es … Ecosia!

Wenn ihr auf eine Suche einfach nicht verzichten könnt, dann wechselt zu Ecosia, der ersten umweltfreundlichen Suchmaschine, die Bäume pflanzt: Um die durch den digitalen Datenverkehr verursachten Emissionen zu kompensieren, wird pro 45 Suchanfragen ein Baum gepflanzt, der durch Werbeeinnahmen finanziert wird. Auf diese Weise hat Ecosia bereits über 100 Millionen Bäume gepflanzt.

5. Großreinemachen bei den Apps

Meine Detox-Kampagne im Frühling hat auch ein paar Opfer unter den mobilen Apps gefordert, die ich so nutze. Denn wie ich aus dem Artikel in der Natural Style gelernt habe, versenden Apps auch dann Daten im Hintergrund, wenn wir sie nicht nutzen. Und wenn sie dann auch nicht regelmäßig aktualisiert werden, arbeiten sie weniger effizient und verbrauchen noch mehr. Daher ist es am besten, ab und zu ein bisschen auf dem Handy aufzuräumen und nur die Apps zu behalten, die wirklich praktisch und nützlich sind. Und natürlich sollten sie dann auch immer aktualisiert werden.

6. Geräte länger nutzen

Bei seiner Darstellung, was beim digitalen Umweltschutz wichtig ist, nahm der Artikel auch unsere Geräte selbst ins Visier.

Leider belasten auch diese die Umwelt erheblich, u.a. aufgrund des Trends zur Miniaturisierung: Die Bauteile werden immer kleiner und komplexer und gehen dabei sowohl bei der Fertigung als auch bei der Entsorgung zu Lasten der Umwelt, da ein Recycling nicht ohne weiteres möglich ist.

Foto von Vandan Patel auf Unsplash

Als Endverbraucher können wird da nur sehr wenig tun, außer dafür zu sorgen, dass wir die Geräte so lange wie möglich benutzen. Dazu gehört vor allem, sie möglichst sorgsam zu behandeln und mit speziellen Hüllen zu schützen.

Außerdem sollten nur die Apps und Daten darauf gespeichert sein, die ihr wirklich braucht. Ach ja, und verlieren sollte man das Handy natürlich auch nicht – das wäre ja schade um die darin verbauten Rohstoffe.

Ich bin ja eher ungeschickt, gerne mal nachlässig und vor allem nicht sehr technikaffin – aber trotzdem hält ein Smartphone bei mir sieben Jahre. Und wenn ich das kann, dann könnt ihr das auch. Auf die Energiespareinstellungen für die Batterie will ich heute nicht näher eingehen. Diesen Aspekt beleuchte ich lieber in einem separaten Artikel, in dem es darum geht, wie man allgemein den Stromverbrauch reduzieren kann.

Life is now!

Weniger ist also mehr: Ich hoffe, dass ihr jetzt ein paar Argumente mehr habt, um Smartphone, Tablet und Laptop weniger (und besser) zu nutzen und dafür mehr das echte Leben zu genießen. Gerade jetzt, wo so langsam wieder alles geöffnet wird und mehr Bewegung in unsere Städte kommt.

Denn weniger digitales Leben ist nicht nur gut für die Geräte und für unser Gehirn, sondern vor allem auch gut für die Umwelt!

Übersetzung aus dem Italienischen von Dragana Molnár

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