In meinem Januarrückblick hatte ich Dir verraten, dass ich hier im Blog künftig vor allem über internationale Events mit Impact schreiben möchte. Events, bei denen etwas Langfristiges entsteht – Kooperationen, Strategien, Verbindungen, Projekte, Netzwerke, Initiativen usw.

Vielleicht denkst Du: Coole Dinge entstehen automatisch, wo coole Leute aufeinandertreffen. Doch die müssen erstmal ins Gespräch kommen. Es hilft, wenn die Netzwerkveranstaltung so konzipiert ist, dass alle sich mühelos strategisch vernetzen können.

Daher sind Veranstaltungsformate meine neue Leidenschaft geworden. Ich möchte Ideen für gute Formate bei Events wie Treuepunkte sammeln und mit Dir teilen.

Open Coffee Maastricht: starkes Netzwerk im Grenzgebiet

Höchste Zeit also, dass ich hier von den Veranstaltungen von Open Coffee Maastricht erzähle, bei denen ich seit 2018 mehrmals zu Gast war.

Die Netzwerktreffen von Open Coffee Maastricht (OCM) halten, was sie versprechen: Laagdrempelig netwerken voor ondernemers. Auf Deutsch würde ich es übersetzen mit „niedrigschwelliges“ Netzwerken für Unternehmer:innen.

Am Freitag, den 20. Februar, war ich wieder bei einem Treffen von OCM dabei und habe mir aufgeschrieben, was ich so wirksam und inklusiv an diesem Format finde.

Die Preise: ein fairer Deal

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een lekker stuk vlaai 🙂

Für die Teilnahme an einem Treff zahlt man aktuell sage und schreibe … 9,50 €! Getränke und Limburgse Vlaai (s. Bild) oder belegte Brötchen sind meist inklusive. Wie kann der Preis doch so niedrig sein? Die Treffen werden von Fördermitgliedern (die 150 € pro Jahr zahlen) und von der Location gesponsert: Diese bekommt die Möglichkeit, sich ausführlich vorzustellen und ggf. eine Führung zu bieten.

Diesmal übernahm das Hotel Crowne Plaza in Maastricht diesen Part. Im Laufe der Jahre waren unter anderem Schlösser, Museen, Konzerthäuser, Weinläden, historische Cafés, Universitäten und ein Technologiecampus dabei.

Die Organisatoren: ein Vorbild

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Organisator Math Fooij

Nein, ich habe nicht vergessen zu gendern. Der Vorstand besteht, seit ich das Netzwerk kenne, nur aus Männern (als alt und weiß möchte ich sie lieber nicht bezeichnen). Aktuell sind das Math Fooij, Jan Poolen und Harry Mevissen. Doch das sind interessante Typen und verdammt gute Netzwerker. Ich kann mir auf jeden Fall eine Scheibe Vlaai von ihnen abschneiden.

Und ja, ich habe schon überlegt, ob ich mich als Vorstandsmitglied „bewerben“ soll, jedoch noch nicht final entschieden. Die Lebensphase, die ich gerade erlebe, ist wohl nicht die Ruhigste.

Speeddatings: aktives Hinhören statt passives Zuhören

Bei den Speeddatings sucht man sich jemanden aus, den man noch nicht kennt. Das kann schon ein bisschen unangenehm sein, aber die Organisatoren helfen gerne dabei. Das Besondere an den Speeddatings von OCM? Die Runden dauern relativ lange (10–15 Minuten) und danach haben die Speeddating-Partner die Möglichkeit, sich gegenseitig dem Netzwerk vorzustellen.

Das geht nur, wenn man dem anderem richtig zugehört und sich ein paar Eckdaten (Name, Firma, ein paar Stichworte) notiert hat. Ich hatte diesmal ein sehr gutes Gespräch mit Künstler und Illustrator Huibrecht Lagerwerf. Als er mich nach dem Speeddating fragte, ob wir nach vorne gehen wollen, habe ich zwar kurz geschluckt, aber nicht lange gezögert.  

Der Elevator Pitch – keine Pflicht, tolle Chance

Keiner MUSS nach vorne gehen und sich vorstellen. Wer doch den Schritt aus der Komfortzone wagt, bereut das in der Regel nicht. Die anderen Gäste können direkt nach dem Pitch Fragen stellen oder dem „Pitchenden“ Tipps geben, was er noch tun oder mit wem er sich vernetzen könnte.

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Thanks for the picture, Allison Klein!

Bisher hatte ich mich nie getraut, einen Pitch zu halten. Doch diesmal wollte ich mutig sein und habe das getan, was eine professionelle Dolmetscherin vor jedem Gig macht: sich vorbereiten. Ich habe meinen Pitch auf Niederländisch (was ja nicht meine Muttersprache ist) meiner Kollegin Els Peleman zur Korrektur geschickt. Ein anderer Teilnehmer, der noch nicht genug Niederländisch kann, durfte seinen Pitch auf Englisch halten. 

„Kleurennetwerken“: ein strukturierter Austausch

Der vierte Programmpunkt nach den Ankündigungen, Speeddatings und Pitches ist in der Regel das „Kleurennetwerken“: Die Gäste werden in Gruppen nach Farben aufgeteilt und widmen sich dann einem konkreten Thema oder einer bestimmten Fragestellung.

Am Freitag ging es um Strategien für den Auftritt in den sozialen Medien. Wir tauschten uns darüber aus, wer was auf welchen Plattformen macht und mit welchen Erkenntnissen.

Alle konnten etwas zum Thema beitragen, auch diejenigen, die noch nicht sehr aktiv sind.

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Mein Beitrag zum Netzwerk

Ich überlege immer wieder, was ich Open Coffee Maastricht bieten könnte. Welche Schätze aus meiner Kiste könnte ich der Community zur Verfügung stellen? Meine drei Säulen sind aktuell:

  1. Unterstützung bei der Planung internationaler Veranstaltungen,
  2. Aufbau grenzübergreifender Beziehungen mit Partnern im Ausland,
  3. Content auf Italienisch für Unternehmen im Food- und Kosmetikbereich, die auf dem italienischen Markt Fuß fassen möchten.

Für Open Coffee Maastricht, das überwiegend aus KMUs besteht, die aber grenzübergreifend tätig sind, ist vor allem Säule 2 interessant. Doch ich erwähne auch immer Punkt 1 und 3, denn viele Teilnehmende sind auch mit größeren Unternehmen vernetzt, die das interessieren könnte.

Habe ich jetzt DEIN Interesse geweckt?

Vielleicht organisierst Du regelmäßig Netzwerktreffen und suchst Inspiration. Die konnte ich Dir hoffentlich mit diesem Beitrag liefern und beantworte gerne etwaige Fragen.

Du wohnst nicht weit von der Euregio Maas-Rhein und möchtest reinschnuppern? Dann melde Dich doch für eines der nächsten Treffen an. Ich stelle Dir gerne Leute vor und unterstütze Dich beim Speeddating, wenn Du magst. Sollte sich daraus etwas ergeben, kannst Du mit der Person in Kontakt bleiben und auf meine langfristige professionelle Unterstützung zählen – sprachlich, strategisch und organisatorisch.

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