Zwei Tage, viele Begegnungen: mit neuen Leuten, bekannten Gesichtern von LinkedIn, aber vor allem mit Menschen, die ich schon mal getroffen hatte und jetzt näher kennenlernen durfte. Das habe ich auf und im Rahmen der IMEX 2026 am meisten genossen.
Meine Highlights auf der IMEX 2026:
Das waren meine persönlichen Highlights auf und im Rahmen der Messe:
- Begegnungen mit ausgewählten Menschen, die auch für nachhaltige Events brennen und offen für MICE-Formate mit internationalen Gästen in Deutschland sind,
- nicht eins, sondern gleich zwei Netzwerktreffen mit den Women in Events DACH,
- Gespräche mit Personen, die Eventlocations betreiben und bei meiner Aktion mitmachen möchten und
- natürlich Impulsvorträge über nachhaltige Eventplanung.
Ich habe mir viele Buzzwords notiert und versucht zu erkennen, wo ein langfristiger Trend dahinterstecken könnte. Und selbstverständlich darüber nachgedacht, wie Du diese Erkenntnisse für Deine MICE-Formate mit internationalen Gästen optimal nutzen kannst.
1. Das Potenzial der „Hidden Gems“ …
Ja, die MICE-Branche liebt Anglizismen. Wenn Dich das nervt, können wir stattdessen gerne von „verborgenen Schätzen“ sprechen. Gemeint sind Städte, Stadtteile, Regionen und Locations, die bisher unterschätzt wurden, insbesondere als Standort für (internationale) Business-Events.
Dass Locations für internationale Events gut angebunden sein müssen, liegt auf der Hand. Doch muss das unbedingt das Hotel in Frankfurt mitten im Stadtchaos sein? Darmstadt hat auch eine gute Anbindung zum Flughafen, als Stadt viel zu bieten und die Mietpreise sind ggf. günstiger. Die Eventgäste freuen sich, auf ihrer Geschäftsreise neue Städte zu entdecken, die nur einen Katzensprung von einer größeren Stadt entfernt sind.
2. … und der Off-Locations
Manche gehen einen Schritt weiter und organisieren Teambuildings und Klausuren im Wald, auf dem Land oder an anderen abgelegenen Orten. Ich war schon öfter als Teilnehmerin bei Business Camps und Retreats dabei, die vom Berufsverband der Konferenzdolmetscher u.a. in Eitorf am Erlenbach oder in Höchst im Odenwald organisiert wurden. Ich kann bestätigen, dass man an solchen Orten sehr fokussiert arbeitet und eine besondere Gruppendynamik entsteht.
Doch kann das auch bei internationalen Business-Formaten funktionieren? Sicherlich, wenn es darum geht, in kleinem Kreis fokussiert zu arbeiten und Teams zusammenzuschweißen. Ich würde den Gästen aber vielleicht einen freien Nachmittag gönnen und das Event in einer Location organisieren, die eine gute Anbindung zu einer größeren Stadt hat, damit keiner ein beklemmendes Gefühl bekommt.
Betreibst Du eine Offsite-Location und denkst, dass sie sich perfekt für ein Business-Event mit internationalen Gästen eignet? Dann lass gern einen Kommentar da oder schreib mir eine PN. Wenn Du Lust hast, kann ich Dich interviewen.
3. Der frühe Vogel … netzwerkt besser!
Dachtest Du auch, dass die meisten Eventprofis eher Nachteulen sind? Letztendlich finden Konzerte, Festivals und andere Public Events oft abends statt. Doch lass uns hier im Kontext einer internationalen Business-Veranstaltung wie der IMEX bleiben. Nach dem langen Messetag wollen viele chillen, spazieren gehen oder sich mit vertrauten Leuten unterhalten. Die ausländischen Gäste möchten vielleicht, die Umgebung alleine oder mit Bekannten erkunden. Daher finden immer mehr Side-Events frühmorgens statt. Sie bieten auch den Vorteil, dass man sich für evtl. anspruchsvollere Gespräche auf der Messe „warmläuft“.
Ich war beim Early-Bird-Treffen der Women in Events DACH am Mittwochmorgen um 8:30 Uhr total in meinem Element. Vielen Dank an Dormero Hotels und Cora-Kim Stute für die Einladung und das liebevoll zubereitete Frühstück!
Keine Sorge, ich kann auch am Abend funktionieren. Ich habe schon öfter abends gedolmetscht und stehe Dir gerne vor Ort als Teamplayerin bei Deiner Abendveranstaltung zur Seite.
4. Der Festivalization-Trend
Es gibt ein Buzzword, das immer wieder bei den Impulsvorträgen und Einzelgesprächen auftauchte: Festivalization bezeichnet den Trend, auch B2B-Veranstaltungen als inszenierte erlebnisorientierte Ereignisse zu gestalten. Nach dem Motto „Lass doch mal den Anzug mit Krawatte zu Hause und pack stattdessen Dein Musikinstrument ein“. Denn vielleicht wird vor Ort ein Eventsong komponiert.
Passen diese Formate auch zu internationalen Business-Veranstaltungen, zum Beispiel im Sales-Bereich? Wie immer, kommt es darauf an. Auf die Zielgruppe und das Ziel. Was soll das Event bewirken?
Wenn internationale Teams zusammenkommen, um an einer neuen Strategie zu arbeiten, sich im Rahmen eines Kick-offs näher kennenzulernen oder durch Rollenspiele ihre Vertriebskompetenz zu stärken, würde ich es mit der „Festivalisierung“ nicht übertreiben. Man könnte eine Off-Location in Erwägung ziehen und unnötige Hypes streichen.
Wenn die Vertriebskräfte aber durch Emotionalisierung motiviert oder belohnt werden wollen, kann man sich bei der Inszenierung mehr ausleben. Mehr dazu im kostenfreien Call.
5. KI-Übersetzung
Ja, manche deutsche Sessions wurden mittels KI live auf Englisch untertitelt. Nein, ich habe nicht die ganze Zeit dagesessen und Beispiele gesammelt, was die KI alles vermasselt. Ich hatte definitiv Besseres zu tun und da ich sowohl Deutsch als auch Englisch verstehe, konnte ich mich auf den Inhalt konzentrieren.
Mir geht es NICHT nur um die sprachlichen Feinheiten, die eine künstliche Intelligenz nicht transportieren kann. Mir geht es um die emotionale Wirkung, die verfehlt wird. Um starke Botschaften, die nicht ankommen, weil der Empfänger damit beschäftigt ist, Kleingedrucktes auf einem Bildschirm zu entziffern. Bei einer Session auf Deutsch hat der Speaker mehrfach den Satz „Wer macht, hat Macht“ wiederholt. Eine starke Botschaft auf Deutsch, die aber im „Einheitsbrei“, den die KI fabriziert, zwangsläufig verloren geht. Und rate mal, wer sich nach seinem Impulsvortrag im interaktiven Teil am meisten beteiligt hat? Natürlich die deutschsprachigen Teilnehmenden.
Ich verstehe schon, dass es auf Messen wie der IMEX, wo viele Sessions parallel stattfinden, schwierig ist, überall eine professionelle Verdolmetschung einzuplanen. Wenn Du aber ein internationales B2B-Event organisierst, um die Gäste zu belohnen oder zu motivieren (Incentives, Händlertagungen), dann sollten wir über verschiedene Möglichkeiten nachdenken.
In meinen Artikeln über Veranstaltungen mit italienischen Gästen, findest Du konkrete Beispiele, Tipps und Inspiration:
Teil 1: Events mit italienischen Gästen: Dos and Don’ts
Teil 2: B2B-Events mit italienischen Gästen – Sprache und Ansprache
Und jetzt zu Dir: Wie hast Du die IMEX erlebt? Welche Trends würdest Du ergänzen?






Recent Comments