Gehört Ihr zu den Glücklichen, die kurz vor dem Lockdown noch beim Friseur waren, und für die nächsten Monate habt Ihr die Haare schön? Oder schneidet und färbt Ihr Euch die Haare sowieso schon selbst? Herzlichen Glückwunsch – Ihr habt das große Haarpflegelos gezogen! Ich habe da leider nicht so viel Glück: Meine Haarpracht hat seit kurz vor Weihnachten keinen Schnitt mehr gesehen, als meine Frisörin mich für meine eigentlich Anfang April geplante Hochzeit in Italien zur Probe frisiert hatte. Sie hatte mir dabei ans Herz gelegt, meine Haare bis zum großen Tag nicht mehr zu schneiden – noch nicht einmal den Pony, den ich seit dem Gymnasium nicht mehr wachsen lasse! Denn die Special Effects meiner Brautfrisur würden bei längeren Haaren und einem seitlichen Pony viel besser halten.

Der Rest ist Geschichte: Italien untersagt im März per Dekret alle Hochzeiten, Friseursalons in ganz Europa schließen. Das Ergebnis auf meinem Kopf: leicht krauses Haar und eine „Lockenpracht“, die dank Dauerwelle eher an Medusa und ihr Schlangenhaupt erinnert als an eine romantische Braut. Spliss? – Haben wir auch im Programm: doppelte, nein dreifach oder sogar vierfach gespaltene Spitzen.

Glücklicherweise vertraue ich seit Jahren auf ein Haarpflegeritual für trockenes Haar, das es mir gerade in dieser Zeit ermöglicht, mein Haar gesund zu erhalten. Dieses Ritual möchte ich heute mit Euch teilen. Denn ich denke, dass es gerade jetzt wichtig ist, uns um uns selbst zu kümmern und uns nicht gehen zu lassen. Und wer weiß? Vielleicht gelingt es mir auch, denen Lust auf Haarpflege zu machen, für die Haarewaschen nur eine Pflichtübung ist.

Schritt 1: Haarmaske aus verschiedenen Ölen

„Igitt“ sagt Ihr? – Tatsächlich war auch ich ähnlich skeptisch, als ich in einem Lifestyle-Magazin das erste Mal von Ölpackungen für die Haare las. Doch dann dachte ich, warum nicht? Und ja, man gewöhnt sich an das Gefühl, ein paar Stunden lang Öl in den Haaren zu haben.

Zuerst werden die Haare ordentlich gebürstet – das habe ich beim Naturfrisör gelernt, den ich Euch vor einiger Zeit auf meinem Blog vorgestellt habe.

Anschließend verteile ich das Pflanzenöl gleichmäßig auf der ganzen Länge meiner Haare und verwende dabei ein Öl, das ich gerade zuhause habe:

  • Mandelöl
  • Olivenöl
  • Kokosöl

Die Öle kaufe ich im Bio-Supermarkt. Das Oliven- und das Kokosöl verwende ich auch zum Kochen.

Ein paar Tipps:

  • Das Öl sollte so lange wie möglich einwirken: Meistens trage ich die Maske am frühen Nachmittag auf oder wenn ich ohnehin keine weiteren Verpflichtungen habe, bei denen ich mich öffentlich oder online zeigen muss, und lasse sie dann bis zum Abend einwirken. Wenn mir aber um 18 Uhr brühend heiß einfällt, dass mit noch eine Zutat für das Abendessen fehlt, gehe ich auch mit eingeölten Haaren in den Supermarkt. Wenn das Öl gut verteilt ist, wirken die Haare aus der Ferne einfach nur nass.
  • Das eingeölte Haar könnt Ihr dann mit einer Haarklammer oder Spange hochstecken oder unter eine Wollmütze stecken, die Ihr nur für diese Gelegenheit verwendet. Dadurch stellt Ihr sicher, dass sich das Öl wirklich gleichmäßig verteilt und die Kleidung geschützt wird. Trotzdem empfehle ich, bei der Anwendung der Maske Kleider zu tragen, die ein paar Flecken vertragen.
eingeöltes Haar

Schritt 2: Shampoo und ätherische Öle

Jetzt geht es ans Haarewaschen. Meine Kopfhaut bekommt dabei eine Sonderbehandlung und wird gründlich massiert – die Gründe dafür könnt Ihr hier in meinem Blogartikel über den Naturfriseur nachlesen, den ich 2017 geschrieben habe. Dem Shampoo füge ich auch immer ein paar Tropfen ätherisches Öl zu:

oli essenziali di menta e rosmarino
  • Minze strafft die Kopfhaut und gibt ein Gefühl der Frische, das ich persönlich sehr angenehm finde – ob es auch Euch gefällt, müsst Ihr einfach ausprobieren!
  • Rosmarin wirkt durchblutungsfördernd und reinigt die Kopfhaut.

Beim Shampoo fällt meine Wahl auf natürliche Produkte für leicht krauses Haar: Khadi Haarpflege, Urtekram oder Santé sind einige der Marken, die ich gerne verwende. Festes Shampoo oder Shampoobars habe ich noch nicht an mein Haar gelassen – wenn Ihr schon Erfahrungen damit habt, berichtet mir doch davon in den Kommentaren.

Schritt 3: Spülung

Nachdem ich das Shampoo ausgespült und die Haare etwas trocken getupft habe, trage ich eine Spülung auf. Dabei konzentriere ich mich auf die Längen und die Spitzen, die bei mir gerne ziemlich trocken werden. Zurzeit verwende ich die Haferspülung von Weleda, die ich sehr gut finde.

Auch hier versuche ich das Produkt so lange wie möglich einwirken zu lassen. In der Zwischenzeit gönne ich mir ein schönes Körperpeeling oder kümmere mich um meine Augenbrauen. Wenn Ihr eine Wanne im Bad habt, könnt Ihr Euch auch abtrocknen und anziehen und die Spülung dann nach 10 bis 15 Minuten Einwirkzeit einfach mit der Handbrause über der Wanne ausspülen.

Von April bis Oktober benutze ich KEINEN Föhn, sondern lasse mein Haar einfach an der Luft trocknen. Nur vor dem Schlafengehen trockne ich das Haar kurz mit dem Föhn an, damit ich nicht mit nassem Haaren ins Bett gehe.

Wenn nach dieser Behandlung meine Haare noch immer etwas kraus sind, verwende ich ein Trockenöl wie Huile Prodigieuse® Nuxe das 7 natürlichen Öle enthält.

Ihr fragt Euch jetzt sicher:

  • Ist es nicht ein bisschen teuer, all diese Naturkosmetik-Produkte zuhause zu haben? Ja, das ist es schon. Aber dafür halten sie auch sehr lange vor. Und mir persönlich schenken sie einen besonderen Wellness-Moment bei der Haarpflege – ein Mehrwert, der einen höheren Preis rechtfertigt.
  • Und verliert man mit so einem Pflegeritual nicht viel Zeit? Das Bürsten und das Auftragen der Maske dauern bei mir etwa 5 bis 10 Minute. Dabei muss ich aber auch sagen, dass ich meine Haare manchmal 5 oder 6 Tage gar nicht wasche. In Zeiten, in denen ich mit vielen Dolmetscheinsätzen beschäftigt bin, kommt es aber auch mal vor, dass ich die Maske bei der einen oder anderen Haarwäsche weglasse.

Habt Ihr Fragen zu meinem Haarpflegeritual oder habt Ihr eines, das vielleicht noch besser ist? Dann schreibt mir einen Kommentar!

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