Vor ein paar Jahren war ich auf einer Dolmetscherfortbildung in Brüssel. Als ich an einem Abend die Airbnb-Gastgeberin nach einem netten und nicht allzu teuren Restaurant in der Umgebung fragte, sagte sie „Bestell doch was mit ‚Too Good to Go!‘“ Sie erklärte mir, dass Läden und Restaurants über die Too-Good-to-Go-App abends „Überraschungstüten“ mit überschüssigen Lebensmitteln, die sie sonst wegwerfen würden, zu stark reduzierten Preisen anbieten.

An jenem Abend konnte ich dann doch nicht die Geduld aufbringen, die App herunterzuladen, Präferenzen einzustellen und anschließend eine verfügbare Mahlzeit in der Umgebung zu suchen. Ich entschied mich für ein schnuckeliges vegetarisches Restaurant um die Ecke. Doch ich war froh, etwas Neues gelernt zu haben (wofür ein Aufenthalt in der Hauptstadt nicht gut ist!). Als ich wieder in Genk war, wollte ich mehr wissen und vor allem herausfinden, ob ein solcher Dienst auch außerhalb der Großstadt funktioniert.

Seitdem nutze ich Too Good to Go regelmäßig … und habe dazu eine Hassliebe entwickelt.

Meine Erfahrung mit Too Good to Go

Wann immer ich Lust habe, schaue ich, ob es bei den Restaurants und Läden in meiner Nähe, die bei Too Good to Go mitmachen, noch eine „Überraschungstüte“ oder übriggebliebene Lebensmittel gibt. Ist das der Fall, bestelle ich die gewünschte Portion, bezahle sie mit der Kreditkarte und gehe im vorgegebenen Zeitraum – meist spätnachmittags – in den Laden, um sie abzuholen.

Kostenpunkt: In der Regel bezahle ich 3 bis 5 Euro für eine Tüte, im Wert von 12 bis 15 Euro.

Und jetzt verrate ich Dir …

Ja!

3 Gründe, warum ich Too Good to Go liebe:
  • Das gute Gewissen hinterher: Es fühlt sich gut an, „Lebensmittel vor der Tonne“ zu retten und damit einen Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung zu leisten.
  • Die Finanzen: Man bezahlt verhältnismäßig wenig Geld für eine relativ große Tüte mit Produkten, die in der Regel noch (ein paar Tage lang) essbar sind.
  • Der Überraschungseffekt: Man weiß ja nicht vorab, was in der Tüte ist. Vielleicht ein exotisches Fertiggericht, das man noch nicht kannte oder ein unterschätztes Wintergemüse, mit dem sich eine leckere Suppe zubereiten lässt? Das macht alles richtig Spaß.

…aber…

3 Gründe, warum ich Too Good to Go hasse
  • Die bittere Enttäuschungen, die ich immer mal wieder erlebe: Lebensmittel, die ich selbst nie im Leben gekauft hätte (weil ungesund oder nicht nachhaltig), Portionen, die garantiert keine 15 Euro wert sind oder schnell verderbliche Produkte Tage nach dem Verfalldatum. Beispiel: sechs stark gesüßte Fruchtjoghurts zwei Tage nach deren Verfalldatum.
  • Das überschaubare Angebot, zumindest wenn man nicht in der Großstadt lebt. Es wäre schön, wenn sich mehr Läden der Initiative anschließen würde. Den Tag, an dem ich endlich von meinem Biosupermarkt oder Lieblingsitaliener „Portionen retten“ kann, muss ich leider noch erleben.
  • Die begrenzte Verfügbarkeit. Oft sind die Portionen, die ich gerne kaufen möchte, schon ausverkauft, wenn ich endlich eine Minute finde, in der App zu stöbern. (Es freut mich jedoch zu wissen, dass Essen nicht verschwendet wurde.)

Zum Schluss:

Ein paar Tipps, um das Beste aus Too Good to Go herauszuholen

In der Kunst, Lebensmittel zu retten, übe ich mich noch. Doch ein paar Dinge habe ich gelernt. Falls Du gerade angefangen hast, Too Good to Go in Deinen vollen Alltag zu integrieren, hier ein paar Tipps:

  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Evernote
  • Blogger
  • Google+
  • Pinterest
  • Erweitere den Suchkreis auf Läden, die 5-10 Km von Dir entfernt sind. Vielleicht kannst Du den Einkauf mit einer Radtour oder einem langen Spaziergang nach Feierabend kombinieren und entdeckst einen anderen Stadtteil mit seinen kulinarischen Perlen.
  • Fährst Du tagsüber geschäftlich oder privat in eine andere Stadt, kannst Du schauen, ob es da Portionen zu retten gibt.
  • Speichere einen Obst- und Gemüseladen auf Deiner Liste – dann kannst Du zumindest sichergehen, dass Dir keine ungesunden Lebensmittel verkauft werden.
  • Nimm, wenn möglich, Tüten und Behälter mit. Sonst bekommst Du möglicherweise zig Einwegbehälter vom Laden, die dann Plastikmüll verursachen.

Jetzt bist Du dran. Berichte mir gern von Deinen Erfahrungen mit Too Good to Go in den Kommentaren! Ich bin neugierig, wie es in anderen Städten, Regionen und Ländern funktioniert.

Quelle: Pexels

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