Allen Eltern liegt das Wohl des eigenen Kindes am Herzen und jeder wünscht sich, dass es glücklich ist und gesund groß wird. Für uns (damit meine ich meine Familie) hat Glück auch ein Stück weit mit gesunder Ernährung zu tun. Doch jeder definiert „gesunde Ernährung“ anders. Gesunde Ernährung bedeutet für uns ausgewogenes Essen mit viel gesundem Gemüse und frischem Obst sowie mit Vollkornprodukten. Ohne Fabrikzucker und Auszugsmehl.

Vitalstoffreiche Vollwertkost. Vitalstoffreiche Vollwertkost?

Lebensmittel vs. Nahrungsmittel

Eine leckere, frische und rundum gesunde Ernährungsweise: „Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich!“ Das war schon die Aussage von Professor Werner Kollath. Er lebte von 1892 bis 1970 und war ein bedeutender Ernährungswissenschaftler. Er teilte die Nahrung in Lebensmittel und Nahrungsmittel. Lebensmittel sind natürlich und lebendig. Sie liefern alle notwendigen Vitalstoffe und halten uns somit gesund. Nahrungsmittel sind verändert durch Erhitzung, Konservierung und Präparierung. Sie machen uns satt, aber unsere Gesundheit können wir dadurch nicht erhalten.

Und wie ist es mit Kindern?

Seit meiner Ausbildung zur ärztlich geprüften Gesundheitsberaterin GGB ist die vitalstoffreiche Vollwertkost aus unserem Familienalltag nicht mehr wegzudenken.

„Eine Nahrung ist umso gesünder, je weniger sie von dem ursprünglichen Stand, wie sie uns die Natur liefert, abweicht.“ So Dr. Max Otto Bruker in seinem gemeinsamen Buch mit Ilse Gutjahr „Diäten – Wunderdiäten genauer betrachtet“.

Kinder befinden sich im Wachstum und der Organismus braucht viel Energie. Und diese Energie bekommen sie von den richtigen Nährstoffen. Doch wie?

Zusammenfassend ist es eigentlich ganz einfach:

Es gibt 4 Dinge, die Du in Deiner täglichen Nahrung meiden sollst und 4 Dinge, die auf alle Fälle verzehrt werden sollen:

Wir meiden so gut es geht: Auszugsmehle und Produkte daraus, Fabrikzucker, raffinierte Fette, gekochtes Obst

Auf dem Tisch landen täglich: Vollkornbrote, Frischkorngericht und eine Frischkostbeilage aus rohem Obst und Gemüse.

Keine Zeit, zu teuer, wie fange ich an?

Keine Zeit: Das ist Organisationssache. Ich stehe einfach 10 Minuten morgens früher auf, backe auch gerne einmal ein Brot auf Vorrat und friere es ein. Im Geschäft geht es sogar viel schneller, da ich mir einen Einkaufszettel geschrieben habe und gezielt die Produkte ansteuere, die ich brauche.

Zu teuer: Stimmt auch nicht. Ich habe mir angewöhnt, auf den Kilopreis zu achten. Der steht immer klein an den Preisschildern am Regal. Und siehe da – ein Kilo Tiefkühlpizza oder Toast und vieles mehr kostet pro Kilo mehr als ein Kilo Äpfel. Durch das gezielte Einkaufen kommt man auch nicht in Versuchung, andere Dinge zu kaufen. Somit spart man auch Geld.

Ein Kilo Tiefkühlpizza oder Toast und vieles mehr kostet mehr als ein Kilo Äpfel.

Tamara Patrcevic

Wie fange ich an? Okay, das ist eine kleine Herausforderung. Wie gefällt Dir die Idee, es einfach einmal auszuprobieren? Nicht von heute auf morgen – das ist zu radikal. Doch Stückchen für Stückchen.

Brötchen selber backen

Das wäre ein Projekt für das Wochenende. Alle Zutaten eingekauft, ist der Teig gemeinsam mit den Kindern schnell zubereitet. Die Brötchen verfeinern wir gerne noch mit Sonnenblumenkernen, Mohn oder Sesam. Rezepte findet man jede Menge im Internet.

Mit offenen Augen einkaufen gehen, hinterfragen, sich informieren:

Wo kommen die Produkte her, die ich einkaufe? Aus der Region oder wurden sie importiert und haben schon eine lange Reise hinter sich? Was ist denn alles drin? Finde die versteckten Zucker und frage Dich bei allem, was Du einkaufst:

Könnte ich es eventuell auch alternativ selber oder natürlicher herstellen? Wo bekomme ich die Lebensmittel her?

Ein paar Ideen für die Sommerferien

Besuche doch einmal einen Hofladen, gehe mit Deinen Kindern auf den Wochenmarkt oder in eine Biobäckerei. Suche den nächsten Bauernhof in Deiner Nähe. Vielleicht gibt es dort sogar Milch aus dem Rohmilchautomaten.

Das wäre doch auch einmal ein Highlight – vielleicht noch jetzt in den Sommerferien: Sein gesätes Pflänzchen selber gießen und beim Wachsen beobachten, bis man schließlich ernten kann. Wenn man sich ein Stück weit selbst versorgen möchte, können diverse Gemüsesorten im Beet oder auch auf dem Balkon angepflanzt werden.

Zu den Gemüsesorten, die besonders einfach im Anbau sind, gehören Radieschen, Kürbis, Knoblauch und Buschtomaten. Kräuter eignen sich auch, damit die Kinder die Natur besser kennen lernen und der Sinn für Geschmack sensibilisiert wird. Den Kräutern kann man praktisch beim Wachsen zuschauen.

Und hier noch das Rezept für den alltäglichen Frischkornbrei:

Zutaten pro Person

3 EL Getreide (50 g)

1 Banane

½ Zitrone (Saft)

½ Apfel gerieben

Weiteres Obst nach Geschmack und nach Jahreszeit

1-2 EL Sahne geschlagen

10 g Nüsse gehackt, gerieben oder in Scheiben geraffelt

Der Frischkornbrei wird aus Dinkel oder Weizen oder aus einer anderen Getreideart oder Getreidemischung hergestellt.

Dazu werden 3 EL Getreide in einer Getreidemühle, in einem Mixer oder Handkaffeemühle grob geschrotet. Hast Du keine Küchenmaschine, so kannst Du im Biomarkt oder auch im Reformhaus das dort gekaufte Getreide grob schroten lassen.

Das geschrotete Getreide wird mit ungekochtem, kaltem Leitungswasser eingeweicht und bleibt bei Zimmertemperatur stehen.

Die Wassermenge wird so berechnet, dass nach der Quellung kein Wasser weg gegossen wird. Nach 5-12 Stunden Einweichzeit wird dieser Getreidebrei genussfähig gemacht durch

Zusatz von frischem Zitronensaft, Obst, geriebenen Nüssen und geschlagener Sahne.

Solange verfügbar sollte man immer einen Apfel hineinreiben und sogleich untermischen, bevor er braun wird. Der geriebene Apfel macht den Frischkornbrei luftig und wohlschmeckend.

Dieses Gericht kann zu jeder Tageszeit genossen werden.

Zubereitung

Zitronensaft auspressen, Obst fein schneiden, Apfel reiben und sofort mit Zitronensaft vermischen. Bananenhälfte mit der Gabel breiig zerdrücken, die andere Hälfte klein schneiden. Alles mischen, Sahne unterziehen. Klecks Sahne obendrauf und Früchte wie

Trauben, Kiwi, Beeren zum Garnieren.

Also, wenn nicht jetzt, wann dann?

Eure Tamara

Zur Autorin

Tamara Patrcevic ist ärztlich geprüfte Gesundheitsberaterin GGB. Sie bietet Koch- und Backkurse und hält regelmäßig Vorträge rund um das Thema vitalstoffreiche Vollwertkost. Auf Ihrer Facebook-Seite findet man täglich neue Ideen für gesunde, leckere und einfach zuzubereitende Gerichte.

Credits für die Bilder: Tamara Patrcevic